Hochwasserschutz Zeitlarn
Der Freistaat Bayern baut mit der Gemeinde Zeitlarn
Hochwasser in Zeitlarn
Der Ort Zeitlarn liegt direkt am Fluss Regen. Als Teil des natürlichen Wasserkreislaufs treten dort schon immer Hochwässer auf. Diese verursachten in jüngster Zeit weitläufige Überschwemmungen bebauter Gebiete mit großen Schäden. Am stärksten betroffen sind die Tallagen direkt am Regen und an der Wenzenbachmündung. Dort befindet sich auch die Grund- und Hauptschule von Zeitlarn.

Schule beim Augusthochwasser 2002
Beim letzten großen Hochwasserereignis im August 2002 waren allein an der Schule Schäden in Höhe von nahezu 600.000,- € zu verzeichnen. Zum Glück waren wegen der Schulferien keine Personen gefährdet. Die Gemeinde hatte daraufhin beim Wasserwirtschaftsamt Regensburg die Planung für den Hochwasserschutz "Schulsiedlung" beantragt.
Das Hochwasserschutzkonzept

die drei verschiedenen Bauabschnitte
Das WWA Regensburg hat den Ort Zeitlarn in 3 unabhängige Teilbereiche für den Hochwasserschutz gegliedert. Das Schutzkonzept beinhaltet eine Eindeichung der gefährdeten Bebauung in Verbindung mit einer funktionierenden Binnenentwässerung. Die Schutztrasse besteht aus Hochwasserschutzmauern und mobilen Elementen an Durchfahrtsöffnungen.
Der Wenzenbach trägt nur sehr unwesentlich zum Hochwasser bei. Daher wird die Anlage vom Freistaat Bayern als Träger der Baulast am Fluss Regen geplant und durchgeführt. Die Gemeinde als Vorteilsziehende beteiligt sich an den Baukosten .
Der 1. Bauabschnitt Schulsiedlung wurde im Dezember 2007 fertiggestellt, so dass der Hochwasserschutz gewährleistet ist. Damit gelang es baulich, innerhalb eines Jahres, die Schulsiedlung vor Hochwasser zu schützen.
Der 2. Bauabschnitt betrifft die Bebauung am rechten Ufer des Seitengewässer Wenzenbach. Bis dorthin staut sich der Regen zurück. Damit müssen die Maßnahmen zum Hochwasserschutz durch den Freistaat Bayern, als Baulastträger des Regens ( Gewässer I. Ordnung), ausgeführt werden. Das Wasserwirtschaftsamt hat dazu ein Planfeststellungsverfahren beantragt. Ab 2011 könnte mit dem Ausbau begonnen werden.
Den größten Eingriff ins Gewässerregime wird der 3. Bauabschnitt auslösen. Dort wird der Hauptort mit Kirche
geschützt. Die Planung startete 2010.
Hier sind sehr viele Anlieger mit unterschiedlichen Vorstellungen direkt
betroffen. Eine einvernehmliche Lösung ist äußerst schwierig.
1. Bauabschnitt, Schulsiedlung
Die Hochwasserschutzanlage
Der Hochwasserschutz der Schulsiedlung umfasst neben der Schule noch 45 Anwesen. Zur Eindeichung wurde eine ca. 740 m lange Schutzmauer aus Stahlbeton direkt entlang der bestehenden Grundstücksgrenzen errichtet. Die Mauer-Oberkante liegt mit einem Freibord von 50 cm über dem Bemessungswasserspiegel eines 100-jährlichen Hochwassers. Dabei ist auch der Rückstau der Donau berücksichtigt.

Augusthochwasser 2002 (Luftbild der Gemeinde)
Mit der nahe an der Bebauung verlaufenden Schutzlinie hielt sich der Retentionsraumverlust der Schutzanlage so gering, dass nur 2000 m³ als Ausgleich verblieben. Die entsprechenden Abgrabungen erfolgten auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses Regen.

Geplante Begrünung der Hochwasserschutzmauer
Nach geschickter Geländeanpassung verbleiben als sichtbare Wandhöhe nur noch 1,0 - 1,5 m. Die Betonmauer wird nicht teuer verkleidet, sondern mit Bepflanzung kaschiert. Hinter der Schutzmauer befindet sich ein 3 m breiter Verteidigungs- und Wartungsweg.

Schemaprofil
Die Binnenentwässerung
Die Binnenentwässerung besteht aus einem Dränagesystem und einem Schöpfwerk. Die Ableitung des anfallenden Qualm- und Sickerwassers im Bereich der Schutzmauer erfolgt über eine Sickerrigole mit Dränageleitung zum zentralen Pumpschacht. Das Niederschlagswasser wird wie bisher über die bestehende Kanalisation gefasst und dem Schöpfwerk zugeführt.
Bei größeren Hochwasserereignissen werden die bestehenden Regenüberläufe im Mischwasserkanalnetz mit Elektroschiebern verschlossen. Dadurch kann das gesammelte Regenwasser nicht mehr abfließen und muss im Schöpfwerk abgepumpt werden, um einen Rückstau im Kanalnetz zu vermeiden.
Das Schöpfwerk verfügt über 3 nassaufgestellte Rohrgehäusepumpen, die jeweils bei einer Förderhöhe von 4,0 m für eine Fördermenge von mindestens 400 l/s ausgelegt sind. Die erforderliche elektrische Anschlussleistung der Pumpenanlage beträgt ca. 90 KW. Bei Stromausfall steht ein Notstromaggregat bereit.
Die Schöpfwerksfunktion

Schöpfwerksfunktion
Im Normalbetrieb wird das gesamte Mischwasser der Kläranlage in Regensburg zugeführt. Bei Starkniederschlägen wird Regenwasser im Überlaufbecken zum Wenzenbach abgeführt. Im Hochwasserfall würde ohne Abschiebern Hochwasser ins Kanalnetz eindringen. Infolge dessen muss Regenüberlaufwasser mit großen Pumpen in den rückgestauten Überlauf am Wenzenbach gedrückt werden.
Technische Daten
| Hydrologische Daten | |
|---|---|
| Regen: |
Gewässer I. Ordnung
|
| Einzugsgebiet: |
2677 km2
|
| Entfernung zur Mündung in die Donau: |
7 Km
|
| Mittelwasserabfluss: |
MQ = 37,5 m3/s
|
| 100 - jährl. Hochwasserabfluss: |
HQ100 = 750,0 m3/s
|
| Gewässergüte |
Gkl. II (mäßig belastet)
|
Art und Umfang des Vorhabens
- 740m Hochwasserschutzmauer (Stahlbeton)
- Höhe ca. 2,3 - 3,0 m, Länge
- 6 Dammbalkenverschlüsse
- Befahrbarer Deichhinterweg, Breite 3,0 m, Länge 680 m
- Drainageleitung DN 200 - DN 400, Länge ca. 740 m
- Pumpschacht für Qualm- und Sickerwasser mit 2 Pumpen zu je 60 l/s Förderleistung
- Schöpfwerk mit 3 Pumpen zu je 400 l/s Förderleistung
- Entlastungskanäle DN 800 u. DN 1000, Länge 11 m
- Verbindungsschacht für Regenwasserentlastung und Binnenentwässerung
- 2000 m³ Retentionsraumausgleich
Planung und Ausführung
| Vorplanung: | Wasserwirtschaftsamt Regensburg |
| Entwurfsplanung | Dr. Blasy - Dr. Overland, Eching |
| Statik: | Ing.-Büro Dr. Lammel, Regensburg |
| Bauausführung: |
Fa. H. Dankerl Bau-GmbH, Cham
|
| Maschinentechnik: |
Fa. Ritz - Atro, Nürnberg
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| Bauoberleitung | Wasserwirtschaftsamt Regensburg |
Bauzeit (Bauabschnitt 1)
Dezember 2006 bis Juni 2008
Kosten
Gesamtkosten 1,92 Mio. €
Finanzierung
Gemeinde Zeitlarn 40 % und der Freistaat Bayern 60%


